Porträt von Urban Angehrn

Besuche nicht nur die botanischen «hot spots»!

Flo­ra Raet­i­ca lebt vom Engage­ment sein­er Frei­willi­gen. Mit ihren Beobach­tun­gen leis­ten sie einen wichti­gen Beitrag zur Erfas­sung der Pflanzen­welt Graubün­dens.

In unser­er Porträtrei­he stellen wir die Men­schen hin­ter Flo­ra Raet­i­ca vor.

Heute: Urban Angehrn, Ver­wal­tungsrat aus Greifensee. Er engagiert sich seit Früh­ling 2022 für das Pro­jekt.

Foto: Urban Angehrn (Self­ie)

Urban, was begeis­tert dich an Pflanzen?
Die Vielfalt und die Schön­heit.

Wie bist du zur Botanik gekom­men?
Als Schüler wusste ich das eine oder andere über Pflanzen. Meine Mut­ter war Bäuerin und hat uns Kinder manche Pflanzen­na­men gelehrt. Während eines Sab­bat­i­cals zwis­chen zwei Jobs kaufte ich mir 2005 meine erste Dig­italk­a­m­era und die erste Aus­gabe der «Flo­ra Hel­veti­ca», auch dank eines Anstoss­es mein­er Frau. Sei­ther ist die Botanik mein Hob­by.

Hast du eine Lieblingspflanze, die in Graubün­den wächst? Warum ger­ade diese?
Cor­tusa matthi­oli, das Heil­glöckchen. Ich habe es 2009 erst­mals im Val Sines­tra gese­hen. Eine faszinierende Schön­heit, die nur ver­steckt im Schat­ten wächst.

Welche Pflanze hast du erst auf den zweit­en Blick schätzen gel­ernt?
Vor allem die Arten der Gat­tung Carex (Seggen).

Warum engagierst du dich bei Flo­ra Raet­i­ca?
Flo­ra Raet­i­ca ist für mich das ide­ale Pro­jekt: Seit über 50 Jahren komme ich nach Graubün­den in die Ferien. Seit über 20 Jahren mache ich hier botanis­che Exkur­sio­nen. Und seit 10 Jahren habe ich in Klosters einen Zweit­wohn­sitz. Das Pro­jekt ist gut organ­isiert, und auf den gemein­samen Exkur­sio­nen prof­i­tieren wir von guter Kam­er­ad­schaft und vie­len aufmerk­samen Augen.

Was ist dein Beitrag zu Flo­ra Raet­i­ca?
Ich stelle dem Pro­jekt jedes Jahr mehrere hun­dert Fund­mel­dun­gen zur Ver­fü­gung und doku­men­tiere sie möglichst mit guten Fotos, die Flo­ra Raet­i­ca bei Bedarf auch nutzen kann. Zusam­men mit der Pro­jek­tko­or­di­na­torin betreue ich den Insta­gram-Kanal @floraraetica. Und ich gehe auch gerne auf Mis­sion, manch­mal sog­ar mit Erfolg!

Gab es einen Fund oder Moment draussen, den du nie vergessen wirst?
Ich wusste, dass das Brach­senkraut Isoetes lacus­tris im Laghet­to Moeso­la auf dem San Bernardi­no-Pass vorkommt. Bei meinem ersten Besuch ent­deck­te ich tat­säch­lich auf Anhieb einige dieser urtüm­lichen Pflänzchen, die am Ufer angeschwemmt waren – ein unvergesslich­er Moment.

Hast du einen per­sön­lichen Natur­tipp mit botanis­chem Bezug für Graubün­den?
Besuche nicht nur die botanis­chen «hot spots» wie das Unteren­gadin oder Davos. Steige in Täler und auf Berge, die wenig began­gen sind, halte die Augen offen und lass dich über­raschen!

Möcht­est auch du Flo­ra Raet­i­ca unter­stützen? Alle Infor­ma­tio­nen zum Mit­machen find­est du hier.

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