Flora Raetica lebt vom Engagement seiner Freiwilligen. Mit ihren Beobachtungen leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erfassung der Pflanzenwelt Graubündens.
In unserer Porträtreihe stellen wir die Menschen hinter Flora Raetica vor.
Heute: Simon Gysi, Softwareentwickler aus Zürich. Seit 2022 engagiert er sich für das Projekt.
Das Porträtfoto von Simon Gysi entstand am 29. Mai 2026 während des Kartierwochenendes im Safiental am Bischolapass. Foto: Ingrid Jansen.
Simon, wie bist du zur Botanik gekommen?
Durch meinen Grossvater war ich schon als Kind an der Natur interessiert. Während sich die Begeisterung für die Pflanzen als Jugendlicher in Grenzen hielt, liess ich mich später beim Bergsteigen öfters von bunten Pflanzen aufhalten, ohne sie jedoch zu kennen. Auf Empfehlung eines Onkels besuchte ich den Feldbotanikkurs von BirdLife. Als Flora Raetica wenig später bei der Zürcherischen Botanischen Gesellschaft vorgestellt wurde, musste ich nicht lange überlegen, um mitzumachen.
Welche Jahreszeit ist für dich botanisch die interessanteste – und warum?
Ausser dem Winter finde ich alle Jahreszeiten interessant und freue mich jeweils, wenn ich die Pflanzen in ihren verschiedenen Stadien kennenlerne. Je nach Jahreszeit sind unterschiedliche Arten zu sehen und so gibt es immer etwas zu entdecken.
Warum engagierst du dich bei Flora Raetica?
Das Draussensein und die «Schatzsuche» geben mir Zufriedenheit und natürlich ist es auch schön, Teil einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu sein.
Was ist dein Beitrag zu Flora Raetica?
Während der Botaniksaison bearbeite ich gerne Blitzinventare oder Einzelmissionen. In den Sommerferien besuche ich meistens abgelegene Regionen und übernachte in SAC-Hütten, um die Pflanzen in der Umgebung zu dokumentieren. Ausserhalb der Botaniksaison unterstütze ich das Projekt mit meinen Fähigkeiten als Softwareentwickler. So habe ich unter anderem tagesaktuelle Fortschrittskarten und Listen mit noch zu suchenden Arten erstellt, die auf der Webseite zur Verfügung stehen.
Gibt es ein Highlight oder eine besonders spannende Entdeckung, die dir bei deinen Streifzügen für Flora Raetica begegnet sind?
Ein besonderes Highlight für mich ist die Bestätigung des Felsen-Baldrians (Valeriana saxatilis) im Rahmen einer Mission Entdecken von Flora Raetica in der Nähe der Ringelspitzhütte. Zuletzt wurde diese Art dort 1954 von Ruben Sutter nachgewiesen.
Möchtest auch du Flora Raetica unterstützen? Alle Informationen zum Mitmachen findest du hier.



